/ September 21, 2019/ Allgemeine Informationen

“Es ist immer wieder erstaunlich, was man bewegen kann, wenn man sich erstmal auf den Weg macht.”

Begonnen hat alles mit Anja Röhl. Sie arbeitet an diesem Thema schon sehr lange. Konkret in den letzten 2 ½ Jahren. Sie hat im laufe dieser Zeit mehr als 250 Betroffene gefunden und befragt, Erlebnisberichte ausgewertet, Orte – also die Kinderkurheime identifiziert und weitere Informationen zusammen getragen. Nach ihren Recherchen und Hochrechnungen sind schätzungsweise 8 Mio. Menschen betroffen, die in der Zeit 1950-1980 in solche Heime in der deutschsprachigen Region verschickt wurden.

Am 11.09.2019 kam der Fernsehbericht über den SWR, der auch über das Internet erreichbar war. Diesen habe ich gesehen und wie bei so vielen Betroffenen dieses “Aha”-Erlebnis: “Ich bin nicht allein!” hervorgerufen hat.

Meine Erfahrungen im Bereich Selbsthilfe warf bei mir sofort die Frage auf, wie den Betroffenen niederschwellig und rasch geholfen werden kann.
Und schon war sie geboren, die Idee, eine Selbsthilfegruppe zu gründen.

Selbsthilfe selbst basiert idealerweise darauf, dass Betroffene einander Unterstützung anbieten. Durch die gleiche Art des Themas können auch Berührungsängste schneller abgebaut werden und vor allem ist es möglich der Isolation zu entrinnen. Letztendlich, weil man sich bei einem Selbsthilfetreffen auf Augenhöhe begegnet – eben ganz anders als bei einem Therapeuten oder bei fachlich spezialisierten, professionellen Angeboten.
Ein sehr wichtiger Leitsatz lautet auch: “Hilfe zur Selbsthilfe“. Damit ist auch gemeint Betroffenen aus der Betroffenheit (meist das Gefühl ein Opfer zu sein) einen selbst erarbeiteten Weg in das eigene Leben zu ermöglichen, eine neue Perspektive zu bieten. Im Idealfall deren eigene Kräfte und Ressourcen freizusetzen, die durch die Art der Betroffenheit blockiert oder unsichtbar waren.

Auf dem Weg, eine SHG in meinem Landkreis zu gründen, arbeitete ich mich weiter in das Thema selbst ein und nahm Kontakt zu Anja Röhl auf, um der Initiative eher dienlich zu sein, statt “mein eigenes Ding zu drehen”.
Daraus ergaben sich schnell Kontakte zu weiteren Aktiven in dieser Initiative, wie zum Beispiel der Berliner Stammgruppe und auch zur Region Nord-West.

Es ist so stärkend mitzuerleben, wieviele Ressourcen bereitstehen durch die Menschen, die selbst als Betroffene in ihren Leben das erfahrene Leid in eine konstruktive Energie wandeln konnten, welche nun auf Abruf bereit steht.
Wir haben zum Beispiel Betroffene, die in sozialen Bereichen arbeiten oder einen juristischen Weg einschlugen. Es sind Lehrer und Dozenten dabei oder Therapeuten mit Schwerpunkt Traumaarbeit. Und noch Viele mehr.
Ich für meinen Teil habe zudem noch eine technische Kompetenz, um in der digitalen Infrastruktur mitwirken zu können. Abgesehen von der über 30jährigen Erfahrung in der Selbsthilfe.

Im Zuge dieser Aufbau- bzw. Gründungsarbeit erlebe ich jetzt bereits die positive Kraft, die sich alleine nur daraus ergibt, mit gleichermaßen Betroffenen zusammen zuarbeiten, um eine deutschlandweite Plattform für Betroffene aufzubauen.

Wenn Du Lust hast, selber aktiv zu werden, hole Dir einfach Informationen dazu über die Berliner Stammgruppe oder den bereits existierenden regionalen – bzw. lokalen Ortsgruppen. Wir können Dich unterstützen, selbst eine Selbsthilfegruppe zu gründen oder auch in der Initiative aktiv zu werden.
Wir arbeiten aktuell u.a. an Flyern, die als Mustervorlage für SHGs genutzt werden können, sowie an Gruppenkonzepten, wie eine SHG erfolgreich ablaufen kann.

Eine ganz wichtige Bitte:
Pressemitteilungen, Interviews oder sonstige Presse-/Medienkontakte bitte unbedingt mit Anja Röhl absprechen. Es geht nicht nur darum, der Initiative – meist unabsichtlich – keinen Schaden zuzufügen, sondern auch um Dich selbst zu schützen. Nicht alle (Print-)Medien arbeiten sauber und fair! Und aus bitterer Erfahrung wissen wir bereits, was passieren kann, wenn so etwas im Alleingang zu einem persönlich ruinierenden Bumerang wird.

Doch nun lass Dich nicht davon abhalten, “der Weg ist das Ziel“. Fühle Dich auf jeden Fall herzlich willkommen.

/Andreas

Aufrufe: 95

Share this Post